Das Ende von Windows 10 rückt näher. Wer dieses Betriebssystem noch betreibt, muss handeln. Deshalb versammelten sich am 25. September acht Betroffene mit sieben Laptops um den großen Konferenztisch des Münzwerks im ältesten Haus Wertheims. Die Vorstandsmitglieder des Wertheimer Ortsverbands von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wladimir Bauer und Falk Braunschweig, die die Teilnehmer betreuten, gaben zunächst eine kurze Einführung zu Ziel und Ablauf des Workshops. Dann wurde auf den Rechnern das Programm PC-Integritätsprüfung gestartet. Mit Spannung verfolgten die Teilnehmer die Liste der Bewertungen einzelner Komponenten ihrer vertrauten Laptops. Ein schmuckes kleines Gerät mit Touchscreen (und bereits installiertem Windows 11) kam nur in Vertretung seines älteren Desktop-Bruders, der wegen aufwändigen Transports im strömenden Regen daheimbleiben musste. Die Gesichter vor den anderen Rechnern schauten fragend auf die Bildschirme. Überall wurde die Liste angeführt von rot und gelb markierten Einträgen. Wie sich herausstellte, war es in allen Fällen der Mikroprozessor (CPU), den das Programm der Firma Microsoft für unwürdig befand, das neue Windows 11 zu empfangen. Da in Laptops die CPU direkt auf die Hauptplatine gelötet ist, kann sie nicht wirtschaftlich durch ein neueres Modell ausgetauscht werden.
Die Betreuer zeigten nochmal die Handlungsmöglichkeiten auf: (1) Verschrottung und Neukauf, (2) Kauf einer einjährigen Bedenkzeit durch Bezahlung mit Geld oder Daten oder (3) den kostenlosen Umstieg auf ein freies Betriebssystem wie Ubuntu. Um sich von letzterem ein Bild zu machen, lag eine ausreichende Anzahl an USB-Sticks bereit, von denen Ubuntu gestartet werden kann, ohne an Windows 10 etwas zu verändern. Zunächst mussten allerdings alle Rechner so eingestellt werden, dass sie nicht vom internen Speicher sondern vom USB-Stick starten. Bei einigen PCs keine leichte Aufgabe, da das installierte Windows ein wahres Labyrinth errichtet hat, um missliebigen Mitbewerbern das Leben schwer zu machen. Nach einigen Versuchen gelang es dann aber auf allen Laptops das Ubuntu-Lifesystem zu installieren und die Teilnehmer konnten von ihnen genutzte Programme für Texte, Tabellen usw. testen.
Da die Zeit fortgeschritten war und noch nicht alle Teilnehmer ihre Hausarbeiten, wie die Sicherung ihrer Daten, erledigt hatten, wurde von den Betreuern vorgeschlagen, eine Ubuntu-Nutzergruppe zu gründen. Diese könnte sich regelmäßig treffen und Interessenten bei der Installation und Einrichtung des freien Betriebssystems unterstützen – ganz im ursprünglichen Sinne des südafrikanischen Wortes ubuntu: Hilfsbereitschaft, Teilen, Gemeinschaft.


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