Windanlagen im Schenkenwald? Statement der Grünen Fraktion zum Beschluss am 31.03.2026

Am 31.03.2026 stimmte der Wertheimer Gemeinderat mehrheitlich für den Vorschlag der Verwaltung, die Planungen zur Windenergie im Schenkenwald nicht länger selbst fortzuführen, sondern diese wieder in die Hände des ursprünglich zuständigen Regionalverbands zu legen.

Die Grüne Fraktion stimmte gegen diesen Vorschlag und begründet ihr Vorgehen folgendermaßen:

Statement zur Wertheimer Gemeinderats-Sitzung am 31.03.2026, TOP 2

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren Ortsvorsteher und Stadtteilbeiratsvorsitzende,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats,

sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung,

sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

sehr geehrte Teilnehmende der Strategiegruppe,

das Thema Windenergie beschäftigt uns im Gremium seit einigen Jahren verstärkt. Eine Strategiegruppe mit den Naturschutzverbänden, Gremiumsmitgliedern und Ortschaftsräten sowie dem Fürsten als großen potenziellen Flächeninhaber wurde eingesetzt, um für Wertheim ein Modell zu erarbeiten, das den verschiedenen Interessen Rechnung trägt.

Ziel war es die Energiewende voranzubringen und sich auf geeignete Flächen in Wertheim für Windenergie zu verständigen. Parallel liefen die Planungen des Regionalverbands für die gesamte Region Heilbronn-Franken bzw. Baden-Württemberg.

Den Prozess möchte ich an dieser Stelle nicht nochmal aufrollen, dennoch gilt es ausdrücklich tu betonen, dass eine intensive und lange Bürgerbeteiligung zu diesem Projekt stattgefunden hat und sich die namenhaften Verbände und Institutionen auf ein eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt hatten.

Wir befürworten ausdrücklich das demokratische Mittel des Bürgerbegehrens, stellten aber in Gesprächen auch fest, dass viele der hier Unterzeichnenden nur wenig Kenntnis vom Gesamtprojekt, von den regionalen Zusammenhängen und von ihren tatsächlichen Möglichkeiten als Wertheimer Bürgerschaft hatten.

Direkte Demokratie kann nur dann gewinnbringend sein, wenn Bürgerinnen und Bürgern nicht nur Halbwahrheiten oder verzerrte Darstellungen als Entscheidungsgrundlage vorgesetzt bekommen.

Wenngleich uns die Gegenargumente und die daraus folgenden Konsequenzen -insbesondere die zusätzlichen Kosten sowie die voraussichtlich baldige Beschlussfassung durch den Regionalverband und damit absehbare Überlagerung des städtischen Flächen-Nutzungs-Plans – bewusst sind, stimmen wir in einer Abwägungsentscheidung heute aus folgenden Gründen gegen den Vorschlag der Verwaltung und für die Weiterführung des Flächennutzungsplanverfahrens:

 

  • Unser Ziel bleibt es, die Energiewende vor Ort zu fördern und das möglichst schnell, in allen dafür geeigneten Gebieten – auch im Schenkenwald. Für alle denen solche Verfahren nicht so geläufig sind: „dafür geeignet“ heißt immer, es hat u.a. eine umfassende Umweltschutzbewertung und auch eine Einordnung nach bekannten Kriterien, wie dem Abstand zur Wohnbebauung, stattgefunden.
  • Der Vorschlag der genannten Fläche entstand aus einer jahrelangen Abwägung von Interessen, eine umfassende Bürgerbeteiligung fand bereits statt. Alle Kriterien der Strategiegruppe Windkraft sind eingehalten.
  • Im Schenkenwald herrscht die besondere Situation, dass wir zu einem großen Teil von städtischen Flächen sprechen. Den Bürgerinnen und Bürgern also nicht nur die EEG-Umlage als finanzieller Nutzen für ihre Stadt und städtischen Einrichtungen zu Gute kommt, sondern auch die Pachteinnahmen. Eine zusätzliche Win-Win-Situation.
  • Wir – wie auch die anderen Fraktionen – gehen von einer Ausweisung des Schenkenwalds als Windvorrangfläche durch den Regionalverband aus. Aus unserer Sicht verschieben wir das Thema also nur nach hinten mit der Zurücknahme des FNP-Verfahrens. Wir möchten das Thema aktiv angehen und nicht nur abwarten.

 

Vielen Dank

 

Katharina Saur

Stadträtin

Fraktions- & Vorstandsvorsitzende

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wertheim

 

 

Weitere Informationen zur Sitzung unter:

www.fnweb.de

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