Mit einer großen Wertheimer ‚Delegation‘ reisten wir zum Neujahrsempfang zum anderen Ende des Main-Tauber-Kreises.
Auf dem derrHof in Igersheim leitete zeitgleich unser Landtagskandidat, Gerd Bayer, den Winterwahlkampf ein.
In seiner Rede thematisierte er, dass man angesichts globaler Krisen, Kriege, Klimafolgen, steigender Preise und gesellschaftlicher Spannungen Ökologie und Ökonomie nicht gegeneinander auszuspielen dürfe und stattdessen „mit Fakten, Transparenz und Haltung“ intensiv gegen die Strategie gezielter Ängste schürender Desinformation ankämpfen müsse.
Vermögenssteuer wieder erheben
Unbedingt sei über die gerechte Verteilung von Vermögen zu sprechen, denn die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer weiter auseinander. Aus Verantwortung für das Gemeinwohl gelte es, starke Schultern stärker in die Pflicht zu nehmen. Unter anderem setzt Bayer sich mit der seit 1997 nicht mehr erhobenen Vermögenssteuer auseinander. Mit der aktuellen Grundsteuerreform sei ein zentrales Argument gegen eine Vermögenssteuer entkräftet, erklärte er. Und weiter: „Das ist keine Neiddebatte. das ist eine Frage der Fairness.“
Bayer plädiert für empathische Politikgestaltung, denn: „Empathie ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt.“ Zugleich unterstützt er den Weg der Grünen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit: Pazifismus – er selbst bezeichnet sich als Pazifist – heiße nicht, einfach zuzusehen, wenn Regime Grenzen mit Waffen verschieben. Vielmehr bedeute echte Friedenspolitik, alles für die Diplomatie zu tun und zugleich vorbereitet zu sein, wenn diese scheitere.
Ihn – als Kind der 80er Jahre mit der Vorstellung dass alles immer besser werde aufgewachsen – schmerze, dass auch heute noch Kinder ihre Blöcke mit denselben Stickern bedrohter Tierarten bekleben wie seinerzeit er. Drängender denn je seien also Fragen von Klima- und Artenschutz. „Rückwärts gewandte Politik wird uns nicht helfen,“ so Bayer.
Gestalten ohne zu spalten
Umso wichtiger sei der Blick auf Baden-Württemberg, das mit stabil hoher Beschäftigung zeige, dass wirtschaftliche Stärke, Innovation und Klimaschutz zusammen gehen und Gestaltung ohne Spaltung möglich sei. „Lasst uns zeigen, dass Politik Hoffnung machen kann und Veränderung möglich ist“, rief er den Gästen des Neujahrstreffens zu. Seinen schwungvollen Wahlkampfaufruf quittierten die Gäste mit kräftigem Beifall.



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