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OV-Sitzung zur geplanten Stilllegung der Tauberbahn

Zu seiner jüngsten Sitzung traf sich der Wertheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen am vergangenen Donnerstag in Dörlesberg. Dabei beschäftigten sich die Wertheimer Grünen mit der geplanten Stilllegung der Tauberbahn-Strecke.

Grünen-Kreisrat Eberhard Feucht berichtete von der jüngsten Sitzung des Kreistages, in deren Verlauf eine Resolution zum Erhalt der Tauberbahn einstimmig beschlossen worden war. Diese begrüßen die Wertheimer Grünen ausdrücklich, weil sie die negativen Konsequenzen, die eine tatsächliche Stilllegung der Tauberbahn für den Main-Tauber-Kreis hätte, klar benenne. Heftige Kritik und große Besorgnis brachte man den Stilllegungsplänen entgegen, die in der vergangenen Woche durch die Tagespresse bekannt wurden. Diese seien die Folgen einer verfehlten Verkehrspolitik. „Der Schwarz-Rot-Stift, den die Koalition in Berlin bei Bus und Bahn anlegt, droht jetzt den Main-Tauber-Kreis zu treffen“, stellte Feucht fest.

Gerade in Zeiten steigender Benzinpreise und der Kürzung der Pendlerpauschale, die für viele Menschen das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver mache, sei eine solche Entscheidung unverständlich, unsozial und in jedem Fall unökologisch. Der Wegfall der Tauberbahnstrecke, die den Main-Tauber-Kreis von Südosten nach Nordwesten durchquert und damit einen wichtigen Mobilitätsfaktor darstellt, hätte fatale Folgen: Die Menschen im Main-Tauber-Kreis wären wieder stärker von ihrem Auto abhängig. Das treffe besonders junge und alte Menschen. Auch im Hinblick auf die Schülerbeförderung müsse man sich für die Tauberbahn stark machen. Nach Angaben des Landratsamts nutzen etwa 1000 Schüler im Kreis täglich die Bahn, um zur Schule zu gelangen. Die Streckenstilllegung würde den Main-Tauber-Kreis auch für Touristen schwerer erreichbar und damit unattraktiver machen. Gerade der Radtourismus, der im Taubertal mittlerweile ein wichtiges Standbein geworden sei, würde unter dem Wegfall der Bahn stark leiden. Radfahrer hätten dann nicht mehr die attraktive Möglichkeit, bei ihren Touren auch mal auf den Zug umzusteigen. Besonders absurd sei diese geplante Maßnahme auch deshalb, weil die Strecke erst im Jahr 2003 für 15 Millionen Euro saniert worden war.

Die Schuld an diesem verkehrspolitischen Kahlschlag im Main-Tauber-Kreis, sehen die Wertheimer Grünen aber nicht nur auf Seiten der Bundesregierung. Zwar seien die von der Großen Koalition beschlossenen Mittelkürzungen im Bereich der Regionalisierungsmittel für die einzelnen Bundesländer in Höhe von 2,3 Milliarden Euro ausschlaggebend, doch müsse sich die schwarz-gelbe Landesregierung den Vorwurf gefallen lassen, im Bundesrat nicht genug getan zu haben, um eben diese Kürzungen zu verhindern. Auch die jetzt angekündigten Bemühungen des hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Prof. Wolfgang Reinhard zur Streckenerhaltung seien kritisch zu hinterfragen. Immerhin sei Reinhard als Mitglied der Landesregierung mitverantwortlich dafür, dass die baden-württembergischen Regionalisierungsmittel derart auf das - nach Ansicht der Grünen - unsinnige Großprojekt „Stuttgart 21“ konzentriert würden, dass Folgen für ländliche Kreise abzusehen waren. Genau dieses Problem hätten die Grünen bereits im Landtagswahlkampf mit dem Grünen-Verkehrsexperten Boris Palmer thematisiert und schon damals vor möglichen Konsequenzen für die Tauberbahn gewarnt. Für die Umwandlung des bisherigen Kopfbahnhofes in Stuttgart zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof, wird das Land 102 Millionen Euro an Regionalisierungsmitteln einsetzen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich gar auf ca. 2,6 Milliarden Euro, von denen ca. 1 Milliarden die öffentliche Hand übernehmen müsste. Die kostengünstigere Alternative einer Generalsanierung des bestehenden Stuttgarter Bahnhofs sei vom Land und der Deutschen Bahn trotz knapper Kassen nicht in Erwägung gezogen worden, obwohl sich dadurch mindestens 1 Milliarden Euro einsparen ließen. Dies sei ein Zeichen einer gegenüber dem ländlichen Raum rücksichtslosen und größenwahnsinnigen Politik in der Landeshauptstadt.

„Es bleibt zu hoffen, dass wir die Rettung der Tauberbahn doch noch erreichen können und damit die ökologisch sinnvolle Mobilität im öffentlichen Personennahverkehr nicht weiter einschränken“, so Feucht abschließend.