> Startseite
> Termine
> Über Uns
> Personen
> Gemeinderat
> Kreistag
> Aktionen
> Links
> Kontakt
> Archiv
> Impressum
> CO2- Rechner
OV-Sitzung mit Schulsozialarbeiter Peter Götz

Zu seiner jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche konnte der Wertheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen den Wertheimer Schulsozialarbeiter Peter Götz begrüßen, der von seiner Arbeit an der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in Wertheim berichtete.

Zu Beginn seines Vortrags erläuterte der Referent, dass unter Schulsozialarbeit der spezielle Einsatz von Sozialpädagogen an Schulen in Trägerschaft der Jugendhilfe verstanden wird. Sie ist Bindeglied zwischen den beiden Sozialisationsinstanzen und soll dazu beitragen, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen. Die Umsetzung erfolgt durch die präventive, unterstützende und krisenintervenierende Begleitung von Schülern, Eltern und Lehrern im Schulalltag.

In ihren Aufgabenfeldern ist die Schulsozialarbeit vielfältig. Neben Beratung und Einzelfallhilfen beschrieb Götz mit der Gruppenarbeit und der Gemeinwesenarbeit zwei weitere Säulen seines Arbeitsbereiches. Im Mittelpunkt der Gruppenarbeit steht das interessen-, themen- und problemorientierte Arbeiten mit Klassen, Schülergruppen, Eltern und Lehrkräften. Die Gemeinwesenarbeit beinhaltet die schulische, kommunale und regionale Vernetzung insbesondere in der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit.

Anschließend berichtete Götz von seiner Einbindung in die Schule. Die partnerschaftliche Kooperation mit Schulleitung und Lehrkräften sei dort vorbildlich und dementsprechend positiv wirke sich auch die Zusammenarbeit auf das Schulleben aus. Aufgrund seiner Präsenz an der Schule, die durch eine volle Anstellung gewährleistet ist, stellt er für Schülerinnen und Schüler eine verlässliche Anlaufstelle im Schulalltag dar. Vorbehalte oder Bedenken, sich an den Schulsozialarbeiter zu wenden, sind hier kein Thema. Im Gegenteil finden sogar viele Schüler schon bei kleineren Alltagskonflikten den Weg zu Peter Götz.

Besonders erfreut zeigte sich Götz über die gelungene Umwandlung der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Wertheim in eine Ganztagesschule. Das Ganztageskonzept wird seit dem Schuljahr 2000/2001 umgesetzt. Schulsozialarbeit leistet durch die kontinuierliche Mitarbeit im schulinternen Arbeitskreis „Ganztagesschule“ einen Beitrag zur Überprüfung und Fortschreibung dieser Konzeption. Für Götz ist das Modell der Ganztagesschule mit vielen Chancen verbunden. So erleben sich Schüler und Lehrer in der „Offenen Freizeit“ in einer ganz andere Beziehung, bei dem die klassische Schüler- Lehrerrolle in den Hintergrund tritt. Häufig werden hier gegenseitig Qualitäten sichtbar, die im Unterricht oft verborgen bleiben. Zudem biete sich in ganztagesspezifischen Unterrichtsfächern verstärkt die Möglichkeit für das „Soziales Lernen“.

Die Wertheimer Grünen dankten Götz für seinen Vortrag und unterstützten die Forderung von Stadtrat Richard Diehm, dass langfristig alle Schulen mit einem Schulsozialarbeiter oder einem Schulpsychologen besetzt werden müssten.

Nach Ansicht des Landtagskandidaten der Grünen im Main-Tauber-Kreis, Oliver Hildenbrand, ist die Schulsozialarbeit ein Teil der pädagogischen Aufgaben von Schulen und gerade für Schülerinnen und Schüler aus schwierigen sozialen und familiären Verhältnissen unverzichtbar, weil sie Probleme beseitigen hilft, die dem Bildungserfolg im Wege stehen.

Hildenbrand kritisierte deshalb die Streichungen der Landesmittel durch die schwarz-gelbe Landesregierung, die beispielsweise zum Wegfall einer Stelle in Weikersheim geführt hätten. An den Schwächsten zu sparen sei nicht nur aus Gründen der Chancengerechtigkeit im Bildungswesen ein Armutszeugnis für eine Regierung, sondern auch aus gesellschaftlichen und ökonomischen Gründen: „Wenn es nicht gelingt, gerade die Jugendlichen aus schwierigsten sozialen Verhältnissen und Lernproblemen zu stabilisieren und ihnen eine Berufschance zu geben, werden die Folgekosten für die Gesellschaft stärker zu Buche schlagen, als heute die Bezuschussung der Schulsozialarbeit.“, so Hildenbrand abschließend.