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Leserbrief: Die Grünen wissen, was sie wollen

Immer wieder behauptet die Wertheimer CDU in Diskussionen über den geplanten Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks in Bestenheid, dass die Grünen in Bund und Land für die Errichtung solcher Kraftwerke eintreten würden und der Wertheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen damit gegen eigene Ziele kämpfe, wenn er jetzt die Bemühungen unterstütze, den Kraftwerksbau in Bestenheid zu verhindern. Doch falsche Aussagen werden auch dadurch nicht wahr, dass man sie permanent wiederholt.

Es ist zwar richtig, dass Teile der Grünen Partei GuD-Kraftwerke im Allgemeinen befürworten. Immerhin ist Erdgas tatsächlich der umweltschonendste der fossilen Energieträger, da es - gerade im Vergleich zu Kohle und Erdöl - relativ kohlenstoffarm ist. Allerdings gibt es innerhalb der Grünen ebenso Stimmen, die GuD-Kraftwerke im Allgemeinen ablehnen, wie beispielsweise Hans-Josef Fell, der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag.

Fakt ist, dass Erdgas als CO2-Emittent klimaschädlich ist und damit zum Klimawandel beiträgt. Ähnlich wie Öl und Uran ist auch Erdgas eine endliche Ressource, deren Verknappung bereits heute abzusehen ist. Die jüngsten Vorfälle um den russischen Erdgasmonopolisten „Gasprom“, der Europa noch vor einigen Wochen mit dem Abdrehen das Gashahns gedroht hatte, zeigen deutlich, in welche Abhängigkeit man sich auch beim Erdgas begibt. Schon alleine daraus ist ersichtlich, dass für uns Grüne auch Erdgas und GuD-Kraftwerke höchstens eine Zwischenlösung oder Brückentechnologie sein können. Die Zukunft liegt in den Erneuerbaren Energien, die - wie die vergangenen Jahre gezeigt haben - enorme Beschäftigungspotentiale bieten.

Mit Freude stellen wir allerdings fest, dass offenbar auch die CDU begriffen hat, dass wir Grünen die Kompetenzpartei in Umweltfragen sind. Deshalb ist es gut, wenn die CDU-Vertreter Wert auf unsere Meinung zu diesem Thema legen. Noch besser ist es aber, wenn sie diese dann auch korrekt wiedergeben und nicht bei Halbwahrheiten hängen bleiben.

Ein Blick auf das geplante Vorhaben in Bestenheid zeigt schnell, dass für die Grünen die Errichtung dieses Kraftwerks nicht in Frage kommt: Da bei diesem Großprojekt keine Abwärme-Nutzung vorgesehen ist, werden mehr als 40 Prozent des zur Befeuerung benötigten Erdgases verbannt, ohne irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen. Weiterhin ist der Standort im Bestenheider Industriegebiet alles andere als unbedenklich: Eine zusätzliche Belastung zu den im Maintal bereits vorhandenen Schadstoffemissionen kann für die Umwelt und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger nur negative Folgen haben.

Dass der Wertheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen und die Grüne Jugend Wertheim in den kommenden Wochen den Wahlkampf des Vereins Umweltschutz Maintal e.V.. unterstützen werden, um das Kraftwerk in Bestenheid zu verhindern, steht jedenfalls außer Frage. Wir brauchen keine Belehrungen der CDU über unseren politischen Ziele.

Richard Diehm
Stadtrat BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Birgit Väth
Vorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wertheim

Oliver Hildenbrand
Sprecher GRÜNE JUGEND Wertheim