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Krankenhaus-Debatte geführt

Ortsverband Wertheim von Bündnis 90/Die Grünen diskutierte

Wertheim. In der jüngsten Sitzung des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen in Vockenrot nahm Stadtrat Richard Diehm Stellung zur aktuellen Diskussion um die Zusammenlegung der Krankenhäuser Tauberbischofsheim und Wertheim.

Er erwarte insbesondere Schwierigkeiten bei der Personalzusammenführung, da das Personal in Tauberbischofsheim über bessere Vertragsabschlüsse als die Wertheimer Kollegen verfügte. Überdies habe das Stuttgarter Sozialministerium sein Zuschussversprechen an den Abbau von 200 Betten (von 900) im nördlichen Main-Tauber- Kreis gebunden. Desgleichen dürfte das geforderte medizinische Konzept, wonach Tauberbischofsheim und Wertheim keine identischen Spezialdienste anbieten sollen, nur schwerlich realisierbar sein, heißt es weiter im Pressebericht des Ortsverbandes.

In Wertheim seien sehr gut angenommene Angebote wie Schlaganfallzentrum, Endoprothetik, Gefäßchirurgie, Gastroskopie, Brustzentrum und Gynäkologie, Tumorchirurgie sowie Palliativzentrum ja hervorragend platziert, wenn auch nicht mit einer genügenden Zahl an Privatpatienten.

Hinter die angestrebte Fusion setzte Diehm nunmehr mehrere Fragezeichen, zumal überdeutlich werde, dass Bad Mergentheim in Stuttgart bessere Fürsprecher habe, denn im Augenblick sollen hauptsächlich Tauberbischofsheim und Wertheim Federn lassen.

Er, Diehm, sehe das sogenannte "Leuchtturmkonzept" als baden-württembergisches Vorzeigeprojekt im Begriff des Scheiterns. In der Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, was die Wertheimer Ärzte wohl noch in Wertheim hielte, "wenn wir nur noch Regelversorger wie Marktheidenfeld" seien. Wie sicher sei die Zukunft des Wertheimer Personals, das sich schließlich erst vor kurzem auf einen Zukunftssicherheitsvertrag ("Zusi") eingelassen habe, unter Hinnahme von finanziellen Einbußen? Bei bevorstehendem weiterem Personalabbau sei aber qualifiziertes Pflegepersonal für die Stationen unabdingbar, das alles beherrschen müsse, da das neue Flexibiliserungskonzept dies erfordere.

Pflegekräfte müssten, anders als Ärzte, jederzeit an jeder Stelle einsetzbar sein können.

Andere Probleme sahen die Grünen bei einer Wandlung des Städtischen Krankenhauses in eine GmbH auf Wertheim zukommen. Wenn die Tarifbindung auslaufe, sei der Einstieg von Privatinvestoren jederzeit möglich. Die Erfahrung zeige jedoch, dass man an solchen Kliniken auf Grund von Überforderung von Personal und Oberärzten eher Dienst nach Vorschrift mache. Privatinvestoren hätten, so die Grünen in ihrem Pressebericht, "leider kein Interesse an qualifiziertem Personal". So fände man an derlei Kliniken kaum den optimalen Personalschlüssel (75 Prozent qualifiziertes Personal gegenüber 25 Prozent ungelerntem Personal).

Schließlich wurde noch angeregt, dass sich die Verwaltungsgemeinschaft Kreuzwertheim öffentlich zu der geplanten Fusion äußern möge.

© Fränkische Nachrichten - 02.10.2007