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Neu gewähltes Triumvirat

Der Wertheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen zog Jahresbilanz

Wertheim. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Wertheim hat sich von der Trennung von Amt und Mandat wohl endgültig verabschiedet. Dem am Donnerstagabend im Hotel "Kette" im Rahmen der Hauptversammlung neu gewählten Triumvirat gleichberechtigter Vorsitzender gehören mit Eberhard Feucht und Richard Diehm ein Kreis- und ein Gemeinderat an. Sie ersetzen Hugo Linder und Jürgen Walter, die nicht wieder kandidierten. Im Amt blieb Birgit Väth. Das Führungsteam komplettieren Oliver Hildenbrand und Bernhard Theissig.

Linder, der in der von Lothar Buchstaller geleiteten Zusammenkunft den Rechenschaftsbericht gab, beendete "das 365-Tage-Missverständnis", wie er sagte. Er habe zwar im vergangenen Jahr, aus Begeisterung über die Gründung der Grünen Jugend Wertheim, seine Bereitschaft bekundet, wieder intensiver mitarbeiten zu wollen. Von seiner Wahl zu einem der Vorsitzenden sei er aber doch überrascht worden. Linder rief noch einmal die 24 Veranstaltungen im Berichtszeitraum in Erinnerung, bei denen man sich unter anderem mit der Bebauung des Bahngeländes, mit dem Thema Schulsozialarbeit, Zisternen- und Abwassergebühr oder dem Schlösschen befasst habe. Auch die Bundestagswahl wurde im Bericht kurz gestreift.

Hoch erfreut zeigte sich Linder, dass der Ortsverein mit Oliver Hildenbrand den Kandidaten für die Landtagswahl stellt und dieser der jüngste Bewerber in ganz Baden-Württemberg sei. Gemessen an den Aktivitäten stelle sich die Frage, "warum die Grünen aus Wertheim im Gemeinderat, aber auch im Kreistag, so gnadenlos unterrepräsentiert" seien? "In Wertheim kann man den Marktplatz entwurzeln, einen Park entholzen, Fläche entgrünen", es habe keine Auswirkungen. Linder würdigte "Geduld und Ausdauer" des Einzelkämpfers Richard Diehm "gegen die geballte Macht von Lobbyisten und Stammtischen".

Nach den Ausführungen von Oliver Hildenbrand und Karolina May über die Aktivitäten und Planungen der Grünen Jugend Wertheim (wir berichteten) informierten Diehm und Feucht aus der Arbeit von Gemeinderat und Kreistag (siehe weiteren Artikel). Hildenbrand gab im Auftrag der abwesenden Birgit Väth bekannt, dass die Kasse des Ortsverbandes vom Kreis geprüft und für in Ordnung befunden worden sei. Die Entlastung erfolgte daraufhin einstimmig. Dagegen gab es bei der Wahl des neuen Führungstrios drei Enthaltungen, da nicht alle Anwesenden damit einverstanden waren, dass Mandatsträger nun auch ein Amt übernehmen sollten.

Landtagskandidat Oliver Hildenbrand gab wichtige Eckdaten des angelaufenen Wahlkampfes bekannt. Er habe sich als Schüler besonders das Thema Bildungspolitik gewählt, "nicht zuletzt, weil ich selbst davon betroffen bin", so der 18-Jährige. Die Grünen wollten einen Umbau des Schulsystems, weg von der Dreigliedrigkeit, das soziale Ungerechtigkeiten zementiere, hin zu einer neunjährigen Basisschule für alle. Das bestehende System stamme aus der Ständegesellschaft, es sei der Versuch, Kinder in bestimmte Kategorien zu pressen. Die verschiedenen Pisa-Studien seien deutliche Warnhinweise ebenso wie der jüngste Besuch einer UNO-Kommission und deren Bericht. Klar sprach sich Hildenbrand auch gegen Studiengebühren für ein Erststudium aus.

Viel Unterstützung erfahre er als Kandidat von grüner Bundes- und Landesprominenz. So werden unter anderem die Bundesvorsitzende Claudia Roth, der Fraktionsvorsitzende im Bundestag Fritz Kuhn, Landtagsspitzenkandidat Winfried Kretschmann, die frühere nordrhein-westfälische Landesministerin Bärbel Höhn und Anna Lührmann, die jüngste Bundestagsabgeordnete, mit ihm zusammen im Wahlkreis auftreten. ek

Quelle: © Fränkische Nachrichten - 25.02.2006