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Chance für attraktiven Gesundheitsstandort

Bündnis 90/Die Grünen befassten sich mit geplantem Krankenhaus-Neubau / Verkehrspolitik

Wertheim. Zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause traf sich der Wertheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen kürzlich in der "Schlossschänke" auf der Wertheimer Burg. Dabei stellte Stadtrat Richard Diehm den Mitgliedern des Ortsverbandes die aktuell diskutierten Themen der Kommunalpolitik vor, heißt es in einem Bericht der Partei. Im Hinblick auf die geplante Fusion mit dem Kreiskrankenhaus und die damit verbundenen finanziellen Zusagen des Sozialministeriums wertet der Grünen-Stadtrat den geplanten Neubau des Krankenhauses in Verbindung mit dem vorgesehenen Facharztzentrum als eine große Chance für die Attraktivität des "Gesundheitsstandortes Wertheim". Um sich weiterhin als attraktiver Wirtschaftsstandort präsentieren zu können, brauche Wertheim ein "vollwertiges Krankenhaus".

Im Hinblick auf das Facharztzentrum sei ein neuer Krankenhaus-Standort die bessere Lösung, denke man etwa an die Problematik fehlender Parkmöglichkeiten rund um das alte Krankenhaus. Diehm mahnte an, bei der Standortfindung großen Wert auf Innenstadtnähe und eine gute infrastrukturelle Anbindung zu achten.

Kritik übten die Grünen erneut an der geplanten zwei Millionen Euro teuren Direkt-Anbindung der Mühlenstraße an die Wilhelm-Blos-Straße, die unter anderem durch eine Reaktivierung der Alten Eisenbahnbrücke und eine Stelzenkonstruktion zur Überquerung der Bahngleise erreicht werden soll. Dafür gebe es nun erst recht keine Begründung mehr, wenn das Krankenhaus verlegt würde.

Die Generalsanierung der Realschule werde von den Grünen zwar nicht abgelehnt, doch habe man erhebliche Vorbehalte gegenüber der Fördermittel-Verteilung des Landes: Die Generalsanierung mit Kosten von 15,3 Millionen Euro sei für die Stadt Wertheim nur deshalb günstiger als die Neubau-Option, weil das Land in diesem Fall Zuschüsse in Höhe von 5,4 Millionen Euro gewährt. Bei einem Neubau, der 13,8 Millionen Euro kosten würde, entfiele die Förderung. Diese Praxis sehen die Grünen kritisch, wenn auch der bauliche Handlungsbedarf nicht angezweifelt wurde. Wünschenswert sei, so Diehm, jedenfalls die Verwendung ökologischer Baustoffe. Im Hinblick auf den Klimaschutz fordern die Wertheimer Grünen, dass bei der energetischen Sanierung des Gebäudes deutlich bessere Werte angestrebt werden müssen, als sie die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt. "Mit Minimalanforderungen muss man sich nicht zufrieden geben. Wenn es die Stadt mit dem Klimaschutz ernst meint, dann sollten wir noch eine Schippe drauf legen. Wir können problemlos 25 Prozent besser sein, als die EnEV vorschreibt", so Diehm.

Im Grunde stehe er zu den beschlossenen Maßnahmen zur Ertüchtigung von Flucht- und Rettungswegen in der Main-Tauber-Halle, "sauer aufgestoßen" sei ihm aber die geplante Umwandlung des bisherigen Hallenbodens in einen so genannten Schwingboden. "Die Main-Tauber-Halle ist für die Messe gut, aber nicht für den Schulsport geeignet", meinte Diehm. Langfristig könne hier nur die dringend notwendige Ertüchtigung und Vergrößerung der bestehenden Sport- und Schwimmhalle am Gymnasium die richtige Lösung sein. Dies bestätigte Grünen-Kreisrat Eberhard Feucht, der als Lehrer am Gymnasium von der schwierigen Raumsituation in Bezug auf den Sportunterricht berichtete. Es könne auch nicht sein, dass die Schüler bei Wind und Wetter erst zur Main-Tauber-Halle und anschließend "durchgeschwitzt" zurücklaufen müssten: "Da bleibt auch für den Sportunterricht selbst nicht viel Zeit übrig."

Die Problematik des zunehmenden Last- und Schwerverkehrsaufkommens auf den Straßen um Wertheim sei auch für die Grünen ein "heißes Eisen". Fahrverbote oder Umleitungen könnten Lösungsmöglichkeiten sein, erscheinen aber nicht besonders nachhaltig. So reiche man das Problem nur an andere Gemeinden weiter. Bei diesem Thema werde vor allem deutlich, dass man den Weg einer echten Verkehrswende weitergehen müsse: Transportwege sollten nicht die Autobahnen und Straßen sein, sondern Gleise und Flüsse.

Besonders die geplante Teilprivatisierung der Deutschen Bahn sei nach Ansicht der Grünen genau dafür jedoch kontraproduktiv. Das Ziel einer "Bahn für Alle" gerate so in immer weitere Ferne, und Großprojekte wie "Stuttgart 21" trieben diese Fehlentwicklung sogar noch schneller voran. Die hiesigen CDU-Abgeordneten Segner und Reinhart hätten mit ihren Entscheidungen diese politischen Weichenstellungen mitzuverantworten, so die Grünen in ihrem Pressebericht.

© Fränkische Nachrichten - 31.07.2007