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Ein unkalkulierbares Risiko

Bündnis 90/Die Grünen Main-Tauber gegen
Gen-Versuchsanbau in Grünsfeld


Der Kreisverband Main-Tauber von Bündnis 90/Die Grünen wendet sich gegen das Vorhaben der Firma "Monsanto", auf einem Acker in Grünsfeld einen Freisetzungsversuch für eine bislang nicht genehmigte Sorte von genverändertem Mais durchzführen. Begrüßt wird von den Bündnisgrünen deshalb, dass sich mit dem Aktionsforum "Gentechnikfreie Region Main-Tauber" bereits ein breites und überparteiliches Bündnis formiert hat, um den Versuchsanbau zu verhindern. Darüber hinaus wirbt das Aktionsforum bei den hiesigen Landwirten dafür, den Main-Tauber-Kreis zu einer sog. "Gentechnikfreien Region" zu machen, indem sie durch eine Selbstverpflichtung den Gentechnik-Einsatz auf ihren Feldern ausschließen.

Für Bündnis 90/Die Grünen widerspricht der Einsatz von Gentechnik auf dem Acker dem Ziel einer zukunftsfähigen und umweltgerechten Landwirtschaft, die sich an den Wünschen der Verbraucherinnen und Verbraucher orientiert. "Es darf in Deutschland keine Gentechnik-Landwirtschaft geben, bei der alte Probleme gegen neue Probleme ausgetauscht werden. Denn es gibt bereits eine Landwirtschaft, die mit modernen Methoden ohne Pestizide auskommt, nämlich die ökologische Landwirtschaft", stellte Sylvia Schmid aus dem Kreisvorstand der Grünen fest.

Öko-Landbau und konventionelle Qualitätsproduktion sind nach Einschätzung der Grünen boomende Wirtschaftssektoren. Dies sei vor allem bedingt durch das wachsende Interesse der Verbaucherinnen und Verbraucher an qualitativ hochwertigen Produkten. Um die Arbeitsplätze in diesen beiden Sektoren nicht zu gefährden, müsse die gentechnikfreie Landwirtschaft geschützt werden. Denn neben heute noch nicht absehbaren Schäden für die Umwelt durch unerwünschte Auskreuzungen von Gen-Feldern stünden auch Einkommensverlusten bei Landwirten und Imkern zu befürchten, wenn diese keine gentechnikfreie Ware mehr anbieten könnten.

"Wir sind überzeugt, dass gentechnikfreie Produktion ein Marktvorteil für die Landwirte ist und dass die Landwirtschaft in Deutschland nicht mit, sondern ohne Gentechnik eine Zukunft hat", so Oliver Hildenbrand aus dem Kreisvorstand der Grünen.

Dass bei der geplanten Gen-Versuchsfläche in Grünsfeld vorgesehen ist, den gentechnisch veränderten Mais zur Belieferung einer Biogasanlage zu verwenden, sei nicht unbedingt verwunderlich. Saatgutfirmen wie "Monsanto", die versuchen die Gentechnik in Deutschland salonfähig zu machen, zeigen in der letzten Zeit ein verstärktes Engagement im Bereich des Anbaus dieser sog. "Energiepflanzen". Umfragen belegen, dass mehr als Dreiviertel der Bundesbürger den Einsatz der Gentechnik ablehnen. Mit Gen-Mais, der zur Belieferung einer Biogasanlange verwendet wird, kommen Verbraucherinnen und Verbraucher nie direkt in Kontakt. Es ist nach Einschätzung der Bündnisgrünen also das Kalkül der Saatgut-Firmen dafür zu sorgen, dass transgene Sorten großflächig Einzug auf deutschen Äckern halten, um so die bislang fehlende Akzeptanz bei Landwirten und Verbrauchern zu erreichen.

Der nächste Schritt dürfte dann die Ausweitung des Einsatzes gentechnisch veränderten Saatgutes im Lebens- und Futtermittelbereich sein. "Dieses Einfallstor für die Agro-Gentechnik wollen wir im Main-Tauber-Kreis erst gar nicht öffnen, weshalb die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen das Thema auch bei der nächsten Sitzung des Kreistages zur Sprache bringen wird", kündigte Kreisrätin Angelika Mayer an.