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Faires Frühstück mit Dr. Uschi Eid und Tobias Stindl

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Zu einem „Fairen Frühstück“ hatte der Wertheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen am vergangenen Sonntag in den Convenartis-Keller eingeladen. Die Diskussion am Frühstückstisch, der nur mit fair gehandelten Waren und Produkten aus ökologischem Anbau gedeckt war, behandelte das Thema „Entwicklungshilfe für die Dritte Welt“.

Oliver Hildenbrand, Sprecher der Grünen Jugend (GJ) Wertheim, begrüßte die Anwesenden und klärte über die Entstehung und den Leitgedanken des „Fairen Handels“ auf, der Namensgeber für das „Faire Frühstück“ war. Ausgangspunkt sei die Tatsache, dass der Welthandel Entwicklungsländer regelmäßig benachteilige. Der faire Handel wolle erreichen, dass die Produzenten von ihrer Arbeit leben können und nicht auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sind. Außerdem sei ein weiteres Ziel die Bekämpfung der Kinderarbeit und die Schaffung vertraglicher ökologischer und sozialer Produktionsbedingungen. Schon heute profitierten 1 Millionen Menschen in Entwicklungsländern vom Fairen Handel. Dies sei der Ansporn gewesen mit einer Veranstaltung für diese Form des Handels zu werben.

Einige Wertheimer Vereine, die sich im Bereich der Arbeit für die Dritte Welt engagieren, präsentierten ihre Arbeit mit Infoständen: Der Wertheimer Dritte Welt Laden, der seine Produkte an einem Stand anbot. Der Förderverein „Partnerschaft unterstützt Lebenslinien“ (PAUL e.V.), der die Vision von der Einen Welt im gelebten Alltag praktizieren möchte. Und die GJ Wertheim, die für „Solidarität über den Tellerrand hinaus“ und eine „gerechte Globalisierung“ warb.

Anschließend stellte Birgit Väth, Vorstandsmitglied der Wertheimer Grünen, die beiden Diskutanten des Morgens vor: Dr. Uschi Eid, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Spitzenkandidatin der Grünen in Baden Württemberg, sowie Tobias Stindl, den Direktkandidaten der Grünen im Wahlkreis Odenwald-Tauber, der vor einigen Jahren selbst drei Monate bei einem Straßenkinder-Projekt in Ruanda mitgearbeitet hat.

Dr. Uschi Eid berichtete davon, dass sie in der folgenden Woche für die Bundesregierung an einer Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) teilnehmen werde, die eine Bilanz über die bisherige Umsetzung der so genannten „Milleniums-Entwicklungsziele“ der UNO ziehe. Diese Entwicklungsziele sehen beispielsweise vor, die Armut und den Hunger auf der Welt bis zum Jahre 2015 zu halbieren und sicher zu stellen, dass Kinder überall in der Welt ihre Primärschulbildung vollständig abschließen können. Ebenso soll eine Beendigung der steigenden Tendenz zur Ansteckung mit AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten erreicht werden. Eine weltweite „Grüne Bewegung“ habe außerdem durchgesetzt, dass in dieser Erklärung ebenfalls die Herbeiführung einer Trendumkehr bei der Vernichtung von Umweltressourcen enthalten sei. „Und wir Grünen in Deutschland sind dabei die Speerspitze dieser weltweiten Ökologiebewegung, die weiß: Wir dürfen diesen Planeten nicht länger plündern.“, so die Entwicklungs- und Außenpolitikerin. Ebenfalls freute sich Eid über die Fortschritte, die durch die rot-grüne Bundesregierung in Sachen Klimaschutz erreicht worden seien. Zwar sei es bedauerlich, dass sich die USA noch immer weigern das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen, doch solle man deshalb nicht den Erfolg dieses Vertrages insgesamt vergessen. Sie sei stolz auf die Fortschritte die beispielweise China im Bereich des Klimaschutzes und der Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien gemacht habe, dennoch vergesse sie auch die dort herrschende Menschenrechtssituation nicht, die sie immer wieder kritisiert hätte.

Große Befürchtungen äußerte Eid in Bezug auf einen möglichen Regierungswechsel: „Wer noch nicht einmal die Notwendigkeit des Umweltschutzes im eigenen Land erkennt, wie soll der damit im internationalen Rahmen umgehen können?“ Es sei durchaus kein Zufall, dass im Schattenkabinett von Angela Merkel kein Personalsvorschlag für das Entwicklungsministerium zu finden sei. „Die haben einfach keine kompetenten Politiker in diesem Bereich.“, so die Afrika-Beauftragte des Bundeskanzlers.

Zum Abschluss ihres Vortrags ging Eid noch auf die Notwendigkeit der Entschuldung von Dritte-Welt-Ländern ein. In rot-grüner Regierungsverantwortung seien die 24 ärmsten Länder von der Schuldenlast befreit worden. Voraussetzung seien dafür jedoch konkrete Entwicklungsstrategien in den einzelnen Staaten, um zu verhindern, dass Gelder veruntreut werden können. Überhaupt sei sie persönlich dafür, die Gelder für Entwicklungshilfe stärker an die Reformbereitschaft eines Landes zu koppeln. „Es bringt nichts, wenn wir die doppelte Summe an Entwicklungsgeldern zahlen, dafür aber die eigentlichen Probleme des Landes nicht behoben werden. Reformbereitschaft muss belohnt werden.“ Anschließend beantwortete die Grünen Politikerin die Fragen der Zuhörer und ließ sich von den Erfahrungen der einzelnen Vereine berichten. Dabei ging sie sowohl auf die wichtige Rolle der Kirchen im Bereich der Entwicklungshilfe ein, als auch auf praktische Erfahrungen, die sie in ihrer Arbeit vor Ort sammeln konnte.


(... und hier wieder zum Text)



Oliver Hildenbrand, Uschi Eid, Tobias Stindl, Birgit Vaeth



Uschi Eid mit unserem Kandidaten Tobias Stindl


Podium mit dem aufmerksamen Publikum