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Totale Umkehr in der Energiepolitik nötig

Josef Fell, forschungspolitischer Sprecher der Fraktion der Grünen, referierte über Klimawandel

Wertheim. Über den Klimawandel referierte der forschungspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Hans-Josef Fell, im Hotel "Kette" auf Einladung des Wertheimer Ortsvebandes von Bündnis 90/Die Grünen. Vor über 40 Zuhörern forderte er einen Sinneswandel von Politik und Wirtschaft.

In seinen Vortrag stieg der Grünen-Politiker mit einem möglichen Horrorszenario ein. So schloss er nicht aus, dass es in den kommenden Jahren zu Kriegen um Energieressourcen kommen könnte. Tatsächlich wüssten Energiewirtschaft und Regierungen um die schwindenden Vorräte an Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran. Dennoch werde den Menschen "mit Luftschlössern Sand in die Augen gestreut", so Fell.

Der Mitinitiator des Gesetzes zur Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EEG) warnte vor verheerenden Umweltschäden. "Die Naturgesetze richten sich nicht nach den Kompromissen der Politik, sie schlagen unerbittlich zu." Die drohende Klimaveränderung könne nur mit konsequentem Handeln aufgehalten werden, so der Referent. "Alle Kraftwerke, auch wenn sie noch so hoch effizient betrieben werden, stoßen Kohlendioxid aus."

Daher müsse es eine totale Umkehr in der Energiepolitik geben. Wissenschaftler, die vor kurzem den neuen Weltklimabericht vorlegten, hätten bestätigt, die Situation sei viel schlimmer, als noch vor fünf Jahren angenommen, meinte Fell. Er wolle keine Endzeitstimmung beschwören, sondern Alternativen aufzeigen. Den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien nannte er eine Chance für die Menschheit. Ein wirksamer Klimaschutz sei nur durch den Verzicht auf fossile und atomare Rohstoffe möglich. So liefere beispielsweise die Sonne eine gewaltige Menge an Energie - und das noch für eine unvorstellbar lange Zeit.

Eine Energiewende stehe auf zwei Beinen, erklärte der Referent. So müsse durch Einsparung der Energieverbrauch noch weiter gedrosselt werden. Zudem müsste seitens der Politik noch konsequenter die die Förderung erneuerbarer Energien wie Biomasse, Solarstrahlung, Wind- und Wasserkraft vorangetrieben werden.

Ein riesiges Potenzial sah der Politiker zudem im Bereich der Erdwärmenutzung und der Meeresenergien beispielsweise in Strömungskraftwerken oder durch die Nutzung der Salzkraft, die überall dort auftrete, wo Süß- auf Salzwasser treffe.

"Bei konsequenter Ausnutzung dieser Möglichkeiten halten es Forscher durchaus für möglich, den gesamten Energiebedarf mit erneuerbaren Energien zu decken", so Josef Fell. Der Referent lobte, dass nach Inkrafttreten des EEG viele Windkraftanlagen, Holzpellet-Heizungen und Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen wurden. Bayern etwa verfüge derzeit über mehr Photovoltaikanlagen als Japan und die USA zusammen.

© Fränkische Nachrichten - 22.05.2007