> Startseite
> Termine
> Über Uns
> Personen
> Gemeinderat
> Kreistag
> Aktionen
> Links
> Kontakt
> Impressum
> CO2- Rechner

Kein Nein aus Ideologiegründen


Antrittsbesuch: Grünen-Abgeordneter Schmidt-Eisenlohr hat kein Verständnis für Widerstand gegen FOC-Ausbau

Wertheim/Külsheim. Antrittsbesuch im Raum Wertheim: Bevor der Grünen-Landtagsabgeordnete Kai Schmidt-Eisenlohr, der in seiner Fraktion für den Main-Tauber-Kreis zuständig ist, sich am Mittwochabend im »Pfeifer-hannes« den Wertheimer vorstellte, hatte er schon umfangreiches Besuchsprogramm absolviert. In den zuvor angekündigten Punkten Autobahnausbau und FOC-Erweiterung zeigte sich der Abgeordnete am Abend teilweise uninformiert.



Der Grünen-Landtagsabgeordnete Kai Schmidt-Eisenlohr (Zweiter von rechts) besuchte am Mittwoch unter an-derem die Bronnbacher Außenstelle des Fraunhoferinstituts für Silicatforschung, wo er dem Praktikanten Philipp Maleska über die Schulter schaute. Außenstellenleiter Andreas Diegeler und Grünen-Stadträtin Birgit Väth schauen zu. Foto: Peter Riffenach



Einen Investitionsstau im Verkehrsbereich stellte der Abgeordnete am Abend in der Gaststätte »Pfeiferhannes« fest. So wurden beispielsweise im Verkehrsbereich 600 Projekte angemeldet, Geld sei allerdings nur für 15 da. Er widersprach der Aussage des CDU-Bundestagsabgeordneten Alois Gerig, dass die Gelder für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn A3 im Investitionsrahmenplan eingestellt seien. Ihm lägen darüber keine Informationen vor. Allerdings versprach Schmidt-Eisenlohr, sich nochmals zu erkundigen, nachdem ihm aus dem Kreis der knapp 30 Veranstaltungsbesucher konkrete Angaben dazu gegeben worden waren.
Er gehe davon aus, dass die Landesregierung den Ausbau in Angriff nehmen werde, wenn der Bund die nötigen Mittel zur Verfügung stelle. Allerdings plädierte er für die Zuteilung der Mittel nach Dringlichkeit und nicht da-nach, welcher Abgeordnete einen besseren Draht zum jeweiligen Minister habe. Der Abgeordnete versprach, hier eine kurzfristige Klärung herbeizuführen und eine schriftliche Stellungnahme nach Wertheim zu schicken.

Abgeordneter verspricht Klärung
Unverständnis äußerte Schmidt-Eisenlohr über die äußerungen von Verkehrsminister Winfried Herrmann gegen die geplante Erweiterung von »Wertheim Village«. Wenn vor Ort alle dafür seien und eine negative Auswirkung auf den örtlichen Einzelhandel ausgeschlossen werden könne, solle man nicht ausschließlich aufgrund ideologi-scher Erwägungen dagegen sein - »außer, es sprechen grundlegende Argumente für eine Ablehnung des Pro-jekts.« Aber auch das werde er mit dem Verkehrsminister im Gespräch klären.
Zunächst hatte sich Schmidt-Eisenlohr morgens mit Norbert Stallkamp, Direktor des Beruflichen Schulzentrums in Bestenheid, zum Informationsaustausch vor allem über bildungspolitische Themen getroffen. überrascht zeigte sich der Abgeordnete dabei über die Bedeutung des Glasbläserhandwerks: »Ich war bislang der Meinung, dass fast alles aus Glas heutzutage maschinell hergestellt wird.«
Anschließend führte er beim gemeinsamen Mittagessen ein »sehr offenes Gespräch« mit Oberbürgermeister Stefan Mikulicz. Unter anderem habe man über die Verkehrsproblematik sowie die Erweiterung des Einkaufs-zentrums »Wertheim Village« gesprochen, berichtete Schmidt-Eisenlohr.

»Fraunhofer-Institut Glücksfall«

Auch über die Bildungspolitik sowie den Ausbau des Betreuungsangebots für unter Dreijährige habe man disku-tiert. In den letzten Jahren habe die Landesregierung die Kommunen hier ziemlich im Stich gelassen, beklagte der Abgeordnete und er machte deutlich, dass die neue Regierung die Erhöhung des Zuschusses im Bereich der Kleinkindbetreuung mit der Erwartung verbinde, dass die Städte und Gemeinden jetzt Taten folgen ließen.
Zu einem aus seiner Sicht äußerst informativen Gespräch traf sich Schmidt-Eisenlohr anschließend mit der Füh-rungsmannschaft der Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung im Kloster Bronnbach. »Für den Kreis war es ein absoluter Glücksfall, dass das Institut nach Bronnbach gekommen ist«, meinte der Abgeordnete, der sich sichtlich beeindruckt zeigte vom Prinzip der Nachhaltigkeit, das bei Fraunhofer gelebt wird.
»Es wundert mich nicht, dass sich hier die Interessenten an dem Konzept die Klinke in die Hand geben«, meinte Schmidt-Eisenlohr bei seiner nächsten Station, der Pater-Alois-Grimm-Schule in Külsheim. »Was hier geleistet wird, ist unglaublich«, stellte er anerkennend fest und lobte den Schulleiter und dessen Kollegium und nannte die Schule »einen Leuchtturm für die Region«.
Zum Abschluss seines Besuchsprogramms traf er sich mit dem Verwaltungsdirektor der Rotkreuzklinik Wertheim, Christopher Franken. Beklagt wurde von beiden Seiten der große Sanierungsstau, der unter anderem bei Krankenhäusern herrsche. Aber auch die große Arbeitsbelastung von Pflegepersonal bei teilweise schlechter Bezahlung sprach der Abgeordnete an. Man war sich einig, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, hier eine Veränderung herbeizuführen.

Peter Riffenach

Zur Person: Kai Schmidt-Eisenlohr
Kai Schmidt-Eisenlohr ist 33 Jahre alt und in Wiesloch geboren und aufgewachsen. Dort legte er am Gymnasium sein Abitur ab und absolvierte den Zivildienst in der Pfarrei Hl. Kreuz. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Mannheim absolvierte er ein Auf-baustudium zum Master of Science Wirtschaftsingenieurwesen und promovierte später berufsbegleitend an der TU Darmstadt am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik zum Dr. rer. pol..
Politik betrieb er zunächst lediglich als Hobby unter anderem als Gründer der »Grün Alternativen Jugend« in Wiesloch und des »Arbeitskreises Schule« der Grünen Jugend Baden-Württemberg. Er gehörte dem Landesschü-lerbeirat sowie dem Jugendgemeinderat Wiesloch an wurde 1999 erstmals in den Stadtrat von Wiesloch ge-wählt.
Bis zu seiner Wahl in den Landtag im letzten Jahr war er bei einem innovativen mittelständischen Beratungshaus als IT-Berater und Projektmanager angestellt. Derzeit ist er von seinem Arbeitgeber freigestellt, um sich seiner Tätigkeit als Abgeordneter widmen zu können. Im Landtag ist er Vorsitzender des Arbeitskreises für Wissenschaft, Forschung und Innovation sowie Mitglied im Europa-Ausschuss. (riff)
© Wertheimer Zeitung - 23. Januar 2012